Primitiver Konstruktivismus: »Osterinsel«

Osterinsel

eine so kleine Insel,
wie ein Vogel über dem Meer,
kaum ein Aschengerinnsel
und doch von Kräften nicht leer,
mit Steingebilden, losen,
die Ebene besät
von einer fast monstrosen
Irrealität.

die großen alten Worte
– sagt Ure Vaeiko –
haben die Felsen zu Orte,
die kleinen leben so;
er schwält auf seiner Matte
bei etwas kaltem Fisch,
hühnerfeindliche Ratte
kommt nicht auf seinen Tisch.

vom Pazifik erschlagen,
von Ozeanen bedroht,
nie ward an Land getragen
ein Polynesierboot,
doch große Schwalbenfeiern
einem transzendenten Du,
Göttern von Vogeleiern
Singen die Tänzer zu.

tierhafte Alphabete
für Sonne, Mond und Stier
mit einer Haifischgräte
– Boustrophedonmanier –:
ein Zeichen für zwölf Laute,
ein Ruf für das, was schlief
und sich im Innern baute
aus wahrem Konstruktiv.

woher die Seelenschichten,
da das Idol entsprang
zu diesen Steingesichten
und Riesenformungszwang –,
die großen alten Worte
sind ewig unverwandt,
haben die Felsen zu Horte
und alles Unbekannt. Qu1